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© Burkhard Teichert

Landeswandertag 2019

NaturFreunde im Naturpark Dahme-Heideseen und im LSG Scharmützelsee unterwegs

 

35 Wanderfreund*innen waren am 25.05. der Einladung der NaturFreunde-Regionalgruppe Fürstenwalde/Spreeland e. V. zum Landeswandertag gefolgt, unter ihnen 4 Nichtmitglieder. 20 Freund*innen nahmen nach einer kurzen Begrüßung unter Führung von Burkhard Teichert und Schlussfrau Brigitte Reichert die Mittelstrecke unter die Füße. Angekündigt waren 16 km. Es wurden aber nur, mit digitaler Messtechnik ermittelte, 14,3 km. Auf der Kurzstrecke gingen 15 Starter*innen, begleitet von Wanderleiter Knud-Hagen Brummack und Schlussfrau Inge Pupke, auf Tour. Wovon 12 die gesamte Strecke von 11,7 km absolvierten. Auf Grund gesundheitlicher Beeinträchtigungen verließen nach ca. 2 km 3 Wanderfreund*innen die Gruppe und nahmen auf einer eigens für sie ausgewählten Route den Erholungsort Wendisch Rietz in Augenschein.

 

 

© Burkhard Teichert

 

Die Kurzstreckler*innen passierten auf ihrer Tour das Naturschutzgebiet „Kanalwiesen“, eine Binnendüne, ein kleines Restmoorgebiet, einen künstlich angelegten Karpfenteich, die Schaf-brücke über das Rietzer Fließ und gelangten in der Gemarkung der Gemeinde Dahmsdorf an den „Zwei-Namen-See“, Storkower- oder auch Dolgensee genannt. Über den See hinweg zeigte sich das einstige Jagdschloss Hubertushöhe. Bergan ging es weiter zu der aus dem 13.Jh. stammenden und in Feldsteinbauweise errichteten Dorfkirche von Dahmsdorf. Hier erwartete der ehemalige ehrenamtliche Ortsvorsteher der ca. 125 Seelen zählenden Gemeinde, Lothar Stange, die Gruppe und weihte sie in die Geschichte der Kirche ein. Es folgte der Gang über die Dubrow zum Ufer des Scharmützelsees. Theodor Fontane wird nachgesagt, er hätte ihn auch, nachdem er ihn auf seiner Osterfahrt 1881 besucht hatte, „Märkisches Meer“ genannt.

 

 

© Burkhard Teichert

 

Auf dem in Ufernähe entlangführenden Naturlehrpfad wurde dem kulinarischen Etappenziel „Fischerei“ entgegengestrebt. Gesunde Fischkost peppte hier den Energiehaushalt wieder auf. Einige Fischprodukte traten die Reise in die Heimatorte der Wander*innen an. Am z. Zt. nicht genutzten Schloss Schwarzhorn vorbei, einen Blick auf den kleinen Rietzer Freizeitpark werfend und die Ortslage passierend, ging es zum Start- und Zielpunkt zurück. Trotz der 2,7 km mehr in den Waden als angekündigt, war die Stimmung nach der Rückkehr bestens.


Die Mittelstreckler lenkten ihre Schritte zuerst in südliche Richtung. Ein erster Kurzstopp wurde am Großen Glubigsee eingelegt. Hier gab es Informationen zur Geschichte und heutigen Nutzung der Gebäude, die den See am West- und Ostufer säumen. Weiter ging es zum Springsee. Leider musste dieser Streckenabschnitt zum größten Teil auf Betonplatten belaufen werden, da „Schwarzkittel“ den Mittelstreifen und die Ränder auf der Suche nach Futter gründlich „umgepflügt“ hatten. Trotzdem blieb noch genügend Aufmerksamkeit um den wegbegleitenden, prächtigen Erlenbruchwald zu bewundern. Kurzes Luftholen auf der Brücke am Ausfluss des Fließes aus dem Springsee. Wie bestellt, kamen zwei Paddler*-innen mit bestem Sportgerät des Wasserweges. Am steilen Westufer des Springsees ging es weiter in Richtung Süden. Dies war wohl der romantischste Teil des gesamten Weges, welcher sich gesäumt von mächtigen Eichen, alten Kiefern, zahlreichen Robinien und prächtigen Lebensbäumen am Ufer des klaren Sees entlang wand. Kurze Zeit später „schraubten“ sich zwei Kraniche von einer Wiese aus in die Lüfte. Beeindrucktes Staunen. Zwei gegenüber einem ehemaligen alten Forsthaus, stehende mächtigen Colorado Tannen waren Stoff für eine Geschichte über den einst hier tätigen Förster. Er hatte seit den 50er Jahren des 20. Jh. Versuche mit der Anpflanzung ausländischer Baumarten unternommen. Nur wenige Meter weiter kam eine kleine Herde von Hochlandrindern in das Blickfeld. Interessiert die Kühe und Kälber, streng der Stier, sahen sie uns entgegen. Die Herde betreibt an diesem Standort Wiesenpflege für den Artenerhalt z. B. von Orchideen-Arten. Mit Erreichen dieses Punktes war die Hälfte geschafft. Ein paar Porträt-Fotos von den Rindern wurden geschossen und weiter ging es auf den Pausenort, dem Springsee-Imbiß auf dem Naturcampingplatz Springsee, zu. Appetit und Durst konnten nun endlich gestillt werden.

 

 

© Burkhard Teichert
© Burkhard Teichert

 

Nach der Pause wurden am Ostufer des Sees noch zwei Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen. Zuerst eine munter sprudelnde Quelle mit Zufluss zum See und danach eine Info-Tafel mit Aussagen zu einer zweiten Quelle sowie eines Gedenksteines für das von den Nazis 1943 ermordete Arbeiter-Ehepaar Charlotte und Erich Garske.

Weiter ging es festen Schrittes hügelan in ein besonderes Kiefernwaldgebiet. Der dabei be-gangene weiche Waldboden tat den Füßen gut. Die Augen konnten sich an urigen, knorrigen Kiefern erfreuen.

 

 

© Burkhard Teichert

Danach erreichte die Wandergemeinschaft das Ostufer des Großen Glubigsee. Vorbei an Ferienhäuser, Erlenbruchwald, Tümpeln und über einen Knüppeldamm wurde dem Ziel entgegen gewandert. Kurz vor Erreichen gab es noch Informationen zum technischen Denkmal „Neue Mühle“, einer am Kleinen Glubigsee gelegenen ehemaligen, etwa 500 Jahre alten Wassermühle.

Am Ziel angekommen, gab es im „Märkischen Buffet“ die Möglichkeit, verbrauchte Kalorien aufzufüllen und dabei das auf beiden Touren Erlebte auszutauschen. Ein Landeswandertag, an dem nicht nur gewandert, sondern auch Wissen zur Natur und Geschichte der Region vermittelt wurde, fand so sein beschauliches Ende.

Allen die dafür Sorge getragen haben, dass es ein schöner Tag wurde, sei gedankt.



Burkhard Teichert / Knud-Hagen Brummack

Grünheide, Schernsdorf, Mai 2019

 

 

© Wolfgang Beiner
© Wolfgang Beiner