03.06.2026
Gemeinsame Pressemitteilung der Naturschutzverbände: Angriff auf Zivilgesellschaft und Ehrenamt
Geplante Haushaltskürzungen zerschlagen Naturschutz-Strukturen
Wie die Märkische Oderzeitung gestern berichtete, ist im zukünftigen Landeshaushalt eine massive Kürzung der Verbändeförderung im Naturschutzbereich vorgesehen. Die betroffenen für das Gemeinwohl und größtenteils ehrenamtlich arbeitenden Verbände sehen das als einen Generalangriff auf Zivilgesellschaft und Ehrenamt in Brandenburg.
Nach Informationen der Märkischen Oderzeitung soll der Haushaltstitel, der die Tätigkeiten von 10 gemeinnützigen Naturschutzverbänden unterstützt, von 700.000 Euro in diesem Jahr auf rund ein Drittel im Jahr 2027 geschrumpft werden. So wird das Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände, welches mit seinen Mitarbeitern und vielen Freiwilligen vor Ort Stellungnahmen zu Eingriffen in Natur und Landschaft erarbeitet, bislang zu 100 Prozent aus der Verbändeförderung finanziert. Diese Stellungnahmen dienen dazu, rechtzeitig Vorkommen geschützter Arten in Planungsprozessen zu berücksichtigen und so behördliche Entscheidungen rechtssicher zu machen. Durch das Landesbüro profitieren somit Behörden und Vorhabenträger von dem Wissen der Menschen vor Ort, wodurch auch ein wichtiger Beitrag zur Demokratie in diesem Land geleistet wird.
„Klar ist“, so Björn Ellner, Vorsitzender des NABU Brandenburg, „dass dann Mitarbeitende entlassen werden müssen und damit die öffentlichen Beteiligungsrechte nicht mehr in der Form wahrgenommen werden können. Das ist ein massiver Angriff auf die Zivilgesellschaft und das Ehrenamt. Ein solches Vorgehen schürt die Politikverdrossenheit und den Eindruck, dass die Meinung der Menschen vor Ort immer unwichtiger wird.“ Der NABU Brandenburg setzt Mittel aus der Verbändeförderung dafür ein, um das Ehrenamt zu stärken. Björn Ellner, NABU-Landesvorsitzender: „So unterstützen wir u.a. unsere Landesfachausschüsse, die zum Beispiel die Roten Listen erarbeiten, die dann vom Landesumweltamt veröffentlicht werden. Ich frage mich, wie eine staatliche Umweltbehörde ihren gesetzlichen Pflichten ohne derartige Zuarbeiten nachkommen könnte.“ Auch kleine Umweltbildungszentren von NABU Gruppen, die im ländlichen Raum ein dringend benötigtes Bildungsangebot schaffen, werden daraus bezuschusst.
Christiane Schröder, Vorsitzende des Fördervereins Haus der Natur in Potsdam stellt enttäuscht fest: „Mit den massiven Kürzungen steht das Haus der Natur als zentraler Treffpunkt des haupt- und ehrenamtlichen Naturschutzes vor dem Aus. Damit werden auch viele Verbände und Initiativen innerhalb und außerhalb des Naturschutzes angegriffen. Allein in den letzten 5 Jahren haben mehr als 130 unterschiedliche Organisationen das Haus für Veranstaltungen genutzt.
Grit Gehrau, Vorsitzende der NaturFreunde Brandenburg: „Zudem werden sich kleinere Verbände wie die NaturFreunde, die Grüne Liga oder der alternative Verkehrsclub VCD, kaum noch hauptamtliche Mitarbeitende in ihren Landesgeschäftsstellen und damit eine professionelle Unterstützung des Ehrenamtes leisten können. Unser Engagement für den Natur- und Umweltschutz wird extrem geschwächt.“
Carsten Preuß, Co-Vorsitzendender des BUND Brandenburg betont: „Als Umwelt- und Naturschutzverbände schützen wir Naturlandschaften, Lebensräume und Arten für das Gemeinwohl. Als Stimme und Anwalt der Natur schützen wir unsere Lebensgrundlagen, indem wir uns bei Gesetzesvorhaben und politischen Entscheidungen beteiligen und aktiv werden, wenn Umweltrecht offensichtlich gebrochen wird. Unsere Arbeit ist gemeinnützig und anders als Landnutzerverbände erhalten wir keine großen finanziellen Mittel aus Sonderabgaben wie der Jagd- oder Fischereiabgabe. Wir setzen uns dafür ein, dass die Natur erhalten und für alle zugänglich bleibt.“
„Mit diesen Kürzungen sowohl bei den Verbänden als auch bei den Mitarbeitern in den Behörden verabschiedet sich Brandenburg endgültig vom Auftrag des Grundgesetzes, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen - und das zu einer Zeit, wo Wassermangel, Artenschwund und Zersiedelung immer neue Probleme schaffen. Die Leidtragenden werden nicht zuletzt unsere Kinder und Enkel sein", so Heinz-Herwig Mascher, Vorsitzender Grüne Liga Brandenburg e.V..
Eine Abrissbirne für Natura 2000

Verdacht: Das europäische Naturschutzrecht soll geschliffen werden
Das europäische Schutzgebietskonzept NATURA 2000 wirkt. Auf einem Fünftel der Fläche Europas hat es ein funktionierendes und wissenschaftlich fundiertes Netzwerk besonders schützenswerter Lebensräume ins Leben gerufen. Natura 2000 ist das größte Schutzgebietsnetz weltweit und eine echte Erfolgsstory für den Artenschutz. Einige Arten, zum Beispiel die Wildkatze, der Kranich und der Biber konnten aufgrund der Natura-2000-Gebiete ein Comeback feiern.
Trotzdem plant die EU-Kommission diese beiden Naturschutzrichtlinien zu „modernisieren“. Kritische Beobachter befürchten jedoch, dass hier das europäische Naturschutzrecht geschliffen und 20 Jahre erfolgreiche Naturschutzpolitik zunichte gemacht werden sollen.
Von Rüdiger Herzog und Dr. Anton Hofreiter
Zum Artikel in der NaturFreundin 2/15
Teurer Sieg für Eisvogel & Co.

Der Bau von Häusern in einem Schilfgürtel, Landschaftsschutz- und Europäischem Vorgelschutzgebiet hätte vielen Lebewesen den Lebensraum gekostet und konte erfolgreich durch die NaturFreunde Brandenburg verhindert werden.
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am 25. Juli 2014 den bereits vom Verwaltungsgericht Potsdam angeordneten Baustopp für Häuser an dem Wurlsee in der Uckermark.
"Ufer frei am Wurlsee"

- Foto J.Hantke
Der im uckermärkischen Lychen gelegene Wurlsee ist Heimat vieler besonders geschützter Tier- und Pf lanzenarten. Unter anderem brüten dort Schwarzspecht, Drosselrohrsänger, Eisvogel, Schellente und Teichrohrsänger. Fischadler, Graureiher, Rohrweihen, Schwarzmilan, Stockenten, Flussseeschwalben und Lachmöwen sind Nahrungsgäste.
Der Wurlsee und seine Ufer sind weitgehend naturbelassen. Gleichwohl beabsichtigt ein Hotelbesitzer, Hotelbauten auf Pfählen auf dem Wurlsee zu errichten.
UFERSCHUTZ AM WURLSEE - Artikel Alternative Kommunalpolitik

Potsdam (rah). Klarer Sieg für die Naturfreunde Brandenburg: Der Baustopp
für ein Ferienhausprojekt am Wurlsee bei Lychen bleibt bestehen. Die beiden Gebäude wären in einem mehrfach geschützten Bereich entstanden, nämlich in
einem europäischen Vogelschutzgebiet, im Landschaftsschutzgebiet „Norduckermärkische Seenplatte“ und im Naturpark „Uckermärkische Seen“.
Weiter zum Artikel aus der Zeitschrift Alternative Kommunalpolitik, Heft 5/14
Raus aus der Kohle – rein in die Zukunft!

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein schnelles Ende des Braunkohleabbaus in Deutschland.
Spätestens im Jahr 2040 muss die Förderung von Braunkohle und ihre Nutzung in Kraftwerken zur Stromgewinnung auslaufen. Neue Tagebaue darf es schon heute nicht mehr geben.
Bäume brauchen Freunde
Bäume brauchen Freunde
Eine Betrachtung von Otto Rudeck
Bäume sollten die Chance haben, „alt wie ein Baum“ zu werden. Tatsächlich werden sie heutzutage aber kaum so alt wie ein Mensch. Sie sind faszinierende Lebewesen, friedfertiger und genügsamer als wir Menschen. Sie scheinen von nichts anderem als etwas Erde, Wasser, Luft und Sonne zu leben, setzen uns ihre biologischen Dienstleistungen nicht in Rechnung, entwickeln beeindruckende Vielfalt, Größe und Widerstandskraft.
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Auf nach Buhnenwerder!
Mädchen aktiv für die Umwelt!
Dieses Wochenende sollte der Knaller werden.
Mit gepackten Koffern trafen wir uns – Mädels von der MädchenZukunftsWerkstatt Teltow (HVD) und der NaturFreundeJugend- am Bahnhof, um nach Brandenburg zu fahren, wo wir die Insel Buhnenwerder retten wollten.
In Brandenburg angekommen bezogen wir, zwölf Mädchen und drei Teamerinnen, weiterlesen...
Bürgerbeteiligung 3.0
Zwischen Volksbegehren und Occupy Bewegung
Mehr Öffentlichkeitsbeteiligung wagen!
Die formalen Verfahren, in denen Politik und die Träger Großprojekte realisieren wollen, bremsen die Bürger systematisch aus. Dabei helfen Verbände, Bürgerinitiativen oder Volksbegehren Planungsfehler zu vermeiden, Kosten zu sparen und widerstreitende Interessen schneller unter einen Hut zu kriegen.
Beteiligungsmöglichkeiten gehören endlich ausgeweitet. Denn Planungsverfahren nach dem Basta- Prinzip werden von der Bevölkerung längst nicht mehr akzeptiert. Ob Schweinemastanlage, Kraftwerk, Gesteinsabbau oder Straßenprojekt- stets werden größere Planungsvorhaben mit dem sogenannten "Gemeinwohl" begründet, das ist das Totschlagargument, neben dem Privatinteressen, Naturschutzbelange und viele andere Einwendungen keine Chance haben. Im Prinzip ist es richtig, dass die Interessen der Gesellschaft über jedem einzelnen persönlichen Interesse stehen, aber das "Wohl der Allgemeinheit" kann man bei vielen Projekten getrost hinterfragen...

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