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02.10.2018
Kategorie: Info

Müll- Kanu- Tour


Gruppenbild; Beginn der Kanutour

© Johannes Schnee

(ein kurzer Bericht erschien hierüber bereits im Sandlatscher 3/2018 S. 4)


Nach Bekanntwerden der Existenz einer gewaltigen illegalen Mülldeponie auf dem Gelände der ehemaligen Kabelwerke in der Fürstenwalder Langewahler Straße lud am 04. Mai 2018 der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem BFZ – Bündnis Fürstenwalder Zukunft –
zur  öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung zu obigem Thema mit den Gästen Benjamin Raschke, Mitglied des Landtages Brandenburg und Michael Billig, dem Journalisten, der in Sachen Müllfrevel unterwegs ist, ein.
Wie berichtet, hatten sich nicht viele Fürstenwalder für dieses Thema auf den Weg in den Rathaussaal begeben, von 35 Interessierten waren 5 NaturFreundinnen unserer NaturFreunde RG Fürstenwalde/Spreeland e. V. anwesend.


Tausende Tonnen Asbest, Autoreifen, PVC, Altöl, Bitumen und Sperrmüll lagern dort, die gezeigten Aufnahmen erzeugten einiges Entsetzen bei den Anwesenden. Wahrscheinlich verdienten Müllbarone mit dieser illegalen Entsorgung ziemlich viel Geld, aber Auflagen wurde nicht nachgekommen, Insolvenzen waren die Folgen.


Dass unterschiedliche Behörden mit dem Fall dieser Deponie bereits seit mindestens 1994 befasst sind hat, und dass diese die Angelegenheit als Bagatellen und ungefährlich erachteten, hat alle in Erstaunen versetzt. Das Gelände ist landseitig schwer zugänglich und von der Spreeseite, an der es sich befindet, nicht einzusehen, wahrscheinlich war der Bevölkerung deshalb bislang nichts darüber bekannt.


In der Zwischenzeit waren nun öfter Artikel in der Märkischen Oderzeitung (MOZ) erschienen u. a. z. B. im September diesen Jahres über einen Bombenfund auf dem Deponiegelände, der gesprengt werden musste. Wie diese dorthin gelangt ist, wird wohl polizeilich recherchiert.


Das Öl der dort gelagerten morschen Ölfässer, war inzwischen abgepumpt worden, auch die Fässer sind entfernt worden, heißt es. Auf die Frage, wohin alles verbracht wurde, konnte bis vor kurzem keine Antwort erhalten werden.
Der Stadtverband der Fürstenwalder Bündnisgrünen lud nun am 22. September zu einer Kajaktour auf der Spree Richtung Osten ein, einer Strecke, die vom Wassertourismus fast vergessen wurde.


Ziel war es, auf den „Erholungswert des Spreeufers und die Notwendigkeit, es zu schützen, aufmerksam zu machen“. 5 Mitglieder des Fürstenwalder Stadtverbandes Bündnis 90/Die Grünen, eine Kreistagsabgeordnete der Bündnisgrünen und 2 Fürstenwalder NaturFreundinnen waren in 4 Kajaks unterwegs. Die Tour ging durch die Fürstenwalder Schleuse, vorbei an Treidelbrücke, Jagdschloss, Baumwollspinnerei, Mischfutterwerk, Gelände der ehemaligen Kabelwerke, am „Palast“ vom größten Stromversorger von Brandenburg EON-Edis und vielen zum Teil desolaten Brücken – eine sehenswerte Strecke. Und der Müllfrevel wird von inzwischen herbstlicher Natur verdeckt – ist doch gut, oder? Schwamm drüber! Was hinterlassen wir nur unseren Nachkommen?


Ich meine, dieses - die ganze Welt betreffende – Thema sollten sich alle NaturFreunde*innen dringend mit als ganz wichtige Aufgabe auf die Fahnen schreiben: KAMF DEM MÜLL!

 

Video über die Deponien in Fürstenwalde

 

weitere Artikel über die Deponien in Fürstenwalde aus der Märkischen-Oderzeitung:

Munitionsfund
Bergungsdienst bereitet Sprengung am Tränkeweg vor
Müll-Insolvenzen
illegale Müllablagerungen
Müllrausch